Ausgrabungen am Heidenwall


Heute nachmittag hab ich mir dann mal die neuen Ausgrabungen am Heidenwall angeschaut. Schon irgendwie sehr interessant, auch wenn kaum was zu sehen ist. Die Ausgrabungen beschränken sich momentan auf einen Graben der in Südwest-Nordost Richtung verläuft.

Graben
Die weiße Linie im obigen Bild kennzeichnet den ungefähren Verlauf des Grabens, der hier nach Nordosten blickend fotografiert wurde.

Hier von der anderen Seite…

Gut ist auf dem folgenden Bild die Erhöhung der Grasnarbe zu sehen, deren Schattenwurf auf dem Luftbild zu erkennen ist.

Wenn man ein paar Schritte zurücktritt (stadteinwärts sozusagen) sieht man auch einige freigelegte Holzstämme,…

…die im rechten Winkel zueinander verlegt worden sind. Diese Balken sollen wohl mit Lehm den eigentlich Wall gebildet haben.


Das Holz ist für sein geschätztes Alter von über 1000 Jahren noch recht gut erhalten.

Interessant auch, dass recht viele Besucher die Möglichkeit wahrgenommen haben, die Ausgrabungen zu besuchen. Im Laufe meines knapp 1stündigen Aufenthalts vor Ort waren ca.50 Besucher da. Hier Hobbyhistoriker Böttcher (der Ältere im Vordergrund beim Fachsimpeln)

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9 Kommentare zu „Ausgrabungen am Heidenwall“

  1. Spannend sowas!

    Heidenwall … wurde da das christliche Abendland gegen die Heiden verteitigt werden? Dann ist das sicher aelter als 1000 Jahre (Sachenkriege? Karl d. Gr.?)
    Oder ein Wall, um die Heide zu schuetzen – damit die Schafe nicht alles wegknabbern? 😉

    Sollten gar an der Hunte die wilden Wikinger aus Skandinavien zurueckgeschlagen werden, die damals ja halb Europa pluenderten? Dann waere es nauterlich jetzt ein Treppenwitz der Lokalgeschichte, dass ausgerechnet die Skandinavier sich da jetzt breit machen … 😉

  2. “Heidenwall” ist wohl eher eine Umschreibung für “alt” bzw. “noch älter” oder sogar “verdammt alt”.
    Ich zitiere mal http://lexikon.meyers.de/meyers/Heidenburg: “Heidenburg, Heidengraben, Heidenmauer, Heidenschanze, Heidenwall, volkstümlich für Reste vor- und frühgeschichtlicher Befestigungen.” Es scheint dann also, dass der Name Heidenwall erst später entstanden ist.
    Damals hieß es wahrscheinlich “Hierkommtkeinerdurch-Wall”
    Es muss wohl eher eine kleine Befestigung einer Furt an der Hunte gewesen sein. Ganz praktisch um da nebenbei mal ein wenig Zoll abzugreifen oder um sich zurückzuziehen, wenn jemand den Zoll wiederhaben wollte.
    Ciao Oli

  3. derScheuch schrub: „Schon irgendwie sehr interessant, auch wenn kaum was zu sehen ist.“ Tja, Oli, so ist das auf ‚m flachen Land, wo der nicht gerade der Papst im Kettenhemd boxt. Da ist ein Loch im Boden gleich eine Sensation 😉

    Mal im Ernst: Finde ich auch spannend, aber bedenklich, dass eine solche Ausgrabungsstätte, auch wenn es nicht gerade Schliemanns Troja ist, einfach so für Hinz und Kunz und Oli zugänglich ist. Möchte nicht wissen, wer da alles glaubt, er dürfe sich ein Stück tausendjährige Mooreiche mit nach Hause nehmen. Macht sich ja schliesslich gut auf oder im Kamin.

    Saludos,
    Andreas

  4. Danke fuer die informativen Fotos. Ich bin aus urspruenglich aus Norddeutschland und habe demnach unter den „Heiden“ irgendwo meine Wurzeln. Warum ist das Holz noch so gut erhalten, hat der Boden aehnlich wie Moorlandschaft bestimmte Chemische Eigenschaften die dies Moeglich machten? Und dazu, dass es zugaenglich ist fuer Hinzu nd Kunz, ich hoffe die bevoelkerung ist schlau genug zu wissen das dies Kulturerbe Aller ist welches man vor Zerstoerung wahren sollte. ausserdem sieht es recht laendlich aus, die Bauern kehren sich oft wenig um die ausgrabungen sondern darum ob auf dem Feld in der naechsten Saison wieder der Acker vernuenftig bestellt werden kann, Nordlichter – sachliche, kuehle Koebbe – oder irre ich mich?

  5. äh…nur damit ihr es wisst. Der Heidenwall hat nix mit den Wallanlagen zu tun. Da bringt ihr was durcheinander.
    Der Heidenwall ist eine alte Deichanlage, deren Baujahr bisher noch unbestimmt ist. Er führt entlang der Hunte bis nach Blankenburg.
    Ikea hat ihn schon überspült oder abgetragen…

  6. Hey Danke für die Deich-Info!War mir bisher nicht bekannt . Hab bisher immer nur gehört, dass der Heidenwall die Burg an der Furt war!

  7. Also…
    erstmal zu Herrn asdf: Was meinst du mit “den” Wallanlagen? In Oldenburgs Geschichte hat es mehrere Wallanlagen oder wallähnliche Befestigungen gegeben. Das, was da ausgegraben wird hat nichts mit ’nem Deich zu tun. Was sollen dann die Holzbalken da drin? Auch die Form, dieser Halbkreis (ist inder Luftaufnahme gut zu erkennen) ist ja für einen Deich nicht gerade typisch. Meist beschränkt man sich ja bei Deichen auf eine gerade Punkt-zu-Punktverbindung
    Halten wir also mal fest. Wir haben einen halbkreisförmigen mit Baumstämmen verstärkten Wall dort und keinen Deich, zudem scheint es recht alt zu sein, sonst wären die Archäologen und Historiker nicht so aufgeregt
    dann zu Herrn D.: Das mit dem kulturellen Erbe ist recht schade. Wenns nur ein von einem Bauern bestelltes Feld wäre, wärs ja nicht so schlimm. Wenn 1000 Jahre drüber pflügen da nichts ausgemacht haben, könnte man da wahrscheinlich nochmal 1000 Jahre 1000 Landwirte drüber jagen lassen, ohne dass es schaden würde. Aber es ist wohl so, dass das in einem Gewerbegebiet liegt und das Land jetzt an eine Speditionsfirma verkauft wird. Vielleicht hilft es ja noch, wenn man über http://www.oldenburg.de/stadtol/index.php?id=16 noch mal ein paar entsetzte emails schreibt.
    Ich kann an dieser Stelle auch nur noch mal auf die Seite des Entdeckers, Martin Teller, verweisen: http://www.stadt-land-oldenburg.de/index.htm und da insbesondere auf seine Ausführungen zu eben jenem Heidewall http://www.stadt-land-oldenburg.de/spiegel5.htm#Heidenwall

  8. der heidenwall bzw. der fundort bleibt für’s erste im besitz der statt, wird also nicht überspült oder abgetragen.

    kuckt mal auf

    http://www.oldenburg.de/stadtol/index.php?id=3577&L=

    war heute (sonnatg, gegen 14h) da, und die fläche zwischen straße und ausgrabung war schon abgespült bzw. mit sand aufgefüllt, aber die „alde burg“ (ich gehe mal davon aus, dass sie es ist) ist soweit unangetastet.
    fand es btw auch etwas komisch (wie andreas), dass da alle so raufspazieren können, nur ein bisschen flatterband rumhängt…

    ich freu mich ja schon auf die schautafel im eingang von ikea: so wohnte man vor 1000 jahren in oldenburg, heute so… (und dann ein bild eines wunderschön ikeaeingerichteten jugendzimmers oder so 😉

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