GPS-Navigation auf dem Fahrrad


Wer auf längeren Touren in unbekanntem Gelände mit dem Fahrrad unterwegs ist, wird sich dem Charme einer GPS-gesteuerten Navigation auf dem Fahrrad nicht entziehen können.

Vor einiger Zeit habe ich mir ein Garmin etrex vista cx zugelegt, ein GPS-Gerät der Mittelklasse mit farbigem Display und Kartendarstellung. Das Gerät hat sogar eine sogenannte Autoroutingfunktion, dafür müssen aber noch für teuer Geld spezielle routingfähige Karten (zusätzlich zu den „normalen“ – auch teuren – Topokarten) auf das Gerät gespielt werden. Dies scheinen aber eher routingfähige Karten für den normalen Autoverkehr zu sein. Da kann man sich wohl mittlerweile günstiger einenTomtom oder ähnlichen Navigator für das Auto kaufen – demzufolge hab ich mir die geschenkt, bzw. das Kaufen derselben.

Mit den normalen Karten kann man dann auf dem PC mit der mitgelieferten Software sich eine Route zusammenklickern, diese aufs GPS überspielen und dann mithilfe der Routenfunktionalität des GPS die einzelnen Wegpunkte abfahren. Je mehr Wegpunkte man setzt, desto genauer ist natürlich das Ergbenis. Das GPS ist dann in der Lage, die Entfernung zum nächsten Wegpunkt anzugeben und in welche Himmelsrichtung man sich halten muss. Das klingt erstmal so ganz nett, war aber für mein Empfinden nicht ganz das was ich mir unter einem Radnavi vorstelle.

  • bei längeren Touren klickt man sich nen Wolf…
  • Wegpunkte „unterscheiden“ sich nicht. Der normale „fahr einfach mal geradeaus weiter„-Wegpunkt sieht nicht anders aus als der „wenn du die nächste Abzweigung verpasst, hast du dich gnadenlos verfahren„-Wegpunkt
  • es sind viele Wegpunkte, viele Wegpunkte heißt auch: Dauernd aufs GPS starren und den Anweisungen folgen…
  • die Navigation beschränkt sich auf Himmelsrichtungen („NO nach Wegpunkt 234„), blöd wenn man keine Taube mit eingebautem Sinn für das Magnetfeld der Erde ist (für Taubenoder Schwalben ist das GPS wiederum zu schwer – zwar nicht so schwer wie eine Kokosnuss, aber trotzdem…)

Jetzt hab ich mir dann mal den Radroutenplaner 5.0 zugelegt. Der Planer ermöglicht einem, neben dem eigentlichen Erstellen von Routen nach diversen Parameter, den Export der geplanten Touren in verschieden Formate. Für mich interessant waren

  • der Export einer Route mit Wegpunkten oder eiens Tracks aufs Garmin
  • der Export eines Route mit Wegpunkten oder eiens Tracks nach MapSource
  • der Export einer Route mit Wegpunkten oder eines Tracks als .gpx-Datei

Nach etlichen Versuchen beim Rumspielen mit diversen Parametern war ich von der Qualität der exportierten Routen ein wenig enttäuscht. Egal was man machte: Auf dem GPS kam nur wiederum ein Haufen von nummerierten Wegpunkte an, mit den oben schon beschriebenen Nachteilen. Und das, obwohl in der ausdruckbaren Wegbeschreibung tolle Anweisungen standen. „Einfahren in Kreisverkehr“, „2. Möglichkeit aus Kreisverkehr auf die Hoppelwiesenstr.“, „Geradeaus weiter auf die Schlaglochallee“ usw.

Beim Öffnen der exportierten .gpx-Datei (Möglichkeit 3) in einem Texteditor sah ich aber, dass diese Anweisungen im <desc> Tag eines einzelnen Wegpunktes drinstanden, die aber leider weder von Mapsource oder dem GPS-Gerät ausgewertet wurden.

<rtept lat="53.120970" lon="8.204170">
<name>Kirchkimmen</name>
<desc>links abbiegen auf Marschweg</desc>
</rtept>

Was lag also näher, als ein kleines Programm zu schreiben, das halt eben diese desc-Wegpunktinformationen in das name-tag zu überträgt, das vom GPS-Gerät angezeigt wird. Aufgrund der recht wenigen Buchstaben, die man auf dem GPS sehen kann, werden dann auch z.B. die Informationen „links abbiegen auf“ sowie „rechts abbiegen auf“ durch ein < bzw. > Zeichen komprimierend ersetzt und man hat alle Infos die man braucht.

Beschreibung der Route

In 99m muss ich nach rechts („>“) in die Lessingstraße abbiegen. Der Wegpunkt liegt für Tauben oder für Menschen mit Sinn für das Magnetfeld der Erde übrigens in nordöstlicher Richtung.

Bis jetzt hab ich mich einige Touren durch Felder, Wälder, Wiesen, Städte, Dörfer usw. navigieren lassen und muss sagen – klasse. Nur sinnvolle Informationen, wenn man wirklich abbiegen muss und dann mit Angabe der Straße und Richtung.

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3 Kommentare zu „GPS-Navigation auf dem Fahrrad“

  1. Hallo,

    Ich bin auch auf der Suche nach einem Fahrradnavi.
    Allerdings fahre ich rennrad und brauch deshalb nur die Straßennavigationsfunktion. Was du in deinem Bericht über das Problem mit den Trackpunkten schreibst kommt mir bekannt vor. Beim RadRoutenPlaner 5.0 heißt es in der Produktbeschreibung, dass der Export auf alle Garmin-Geräte möglich ist, und auf alle Geräte die Routen speichern können.

    Leider sagt einem keiner was das für Geräte sind!

    Mein bislang letzter Versuch ein passendes Gerät zu finden führte mich zu FALK deren Geräte irgendwie mit einem Zusatzprogramm fahrradtauglich gemacht werden können
    Mit Scout PC von MagicMaps.

    Kannst du mir weiterhelfen wie das gemeit ist???

    Danke schon mal
    MFG
    Christian Celler

  2. Gemeint sind damit meines Wissens die Outdoor Geräte von Garmin wie diese hier.
    http://www.garmin.de/outdoor/index.php
    Ich weiß nicht, ob die Garmins für Straßennavigation wie die hier
    http://www.garmin.de/strasse/index.php
    für das Zusammenspiel mit dem Radroutenplaner geeignet sind. Ich bezweifle aber auch, ob die normalen Autonavis auf dem Fahrrad überhaupt Sinn machen.
    Das erste Manko ist die Akkulaufzeit. Nach ein paar Stunden (2 oder 3?) ist der Akku leer. Im Auto hat man Strom- auf dem Fahrrad nicht unbedingt. Mein etrex hält 10 Stunden und danach tu ich einfach neue AA-Batterien rein
    Das zweite: Regenempfindlichkeit, Robustheit.Mein Outdoor GPS hab ich schon mal aus einer dicken Pfütze gefischt… meinem Autonavi oder meinem Handy mit Navifunktion möchte ich das nicht zumuten 🙂
    Das Dritte, Ablesbarkeit des Displays bei Sonnenschein, auch da sind die Outdoorgeräte im Vorteil. Mein Etrex Vista CX ist im hellsten Sonnenschein gut abzulesen. Auf meinem Handydisplay sieht man da nur Spiegelungen.

    Es gibt für die Outdoorgeräte auch routingfähige Karten (kosten aber wieder extra) da kann ich aber nichts zu sagen.

    Für meine Zwecke, Routen am PC planen und danach abfahren, reicht das alles aus.

    Auch das Auswerten und Weiterverarbeiten von abgefahrenen Touren wie hier geschehen http://www.oliver-scheuch.de/laufen/activity.html?22_07_2007_09_29_01-activity.xml kann man meines Wissens nur mit denOutdoor-Geräten.

    Ach ja…
    Die „Fahrradtauglichkeit“ von Autonavis beschränkt sich meiner Erfahrung darauf, Autobahnen zu vermeiden 🙂

  3. Hallo,
    das Programm zur Übertragung der desc-Wegpunktinformationen in das name-tag finde ich Klasse. Ich bin seit gestern stolzer Besitzer eines Vista HCX, was ich zusammen mit den OSM-Karten benutzen möchte. Nächste Woche möchten wir eine Radtour im Münsterland unternehmen. Die Routen möchte ich mit dem NRW-Routenplaner / GPSsies.de / google maps +GMapToGPX erstellen oder als fertige GPS-tracks vom Internet laden. Wobei die Kombination google maps + GMapToGPX liefert unleserliche name tags. Daher würde ich Dich gerne bitten, mir dein Progrämmchen zur Verfügung zu stellen. Geht das?
    Oder kennst Du mittlerweile Routenplanerprogramme auf Basis von Google Maps oder OSM, die die name tags automatisch sinnvoll benennen?

    Vielen Dank im voraus!

    Siegfried

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