Fidelio


pict9773Jo… ma wieda inne Oper, wa, ey?

War mal wieder Zeit. Seit der kleine König da ist, hat man ja abends nicht mehr so den Freiraum, wie es mal war und der für so einen Abend zu betreibende Aufwand ist da schon ein wenig höher. Aber wenn dann im Oldenburger Staatstheater Fidelio „gegeben“ wird, ist das ein willkommener Anlass da mal wieder hinzugehen. Die Oper hab ich nämlich erst einmal gesehen – vor Ewigkeiten auf Kursfahrt in Wien.

Tja… und wie soll ich jetzt anfangen?
Vielleicht so: Ich hab schon mal bessere Vorführungen in Oldenburg erlebt. Kommen wir zum Unschönsten zuerst… dem Orchester.

Das Orchester wirkte die ganze Zeit überfordert und hat es nicht geschafft, in die Tempiwechsel und in die rhythmischen Figuren irgendeine Struktur oder Klarheit reinzubekommen. Am schlimmsten waren die Blechbläser… die mussten mit Sicherheit nach der Aufführung ’ne Orchesterrunde bezahlen. Nach einer Passage konnte ich es mir nicht verkneifen in mich hineinzumurmeln „Tröööt…. Fuchs tot!“ Vielleicht ein wenig zu laut, denn diejenigen, die das gehört haben mussten da auf jedenfall ganz schön kichern.
Irgendwie wirkte da alles extrem dünn und wackelig. Vielleicht fehlten da welche, waren krank oder was weiß ich, denn ich hab die schon mal viel besser gehört.

Die Mädels haben gut gesungen, die waren richtig klasse an diesem Abend. DEn Sänger des Rocco fand ich auch prima, der Rest der Solosänger hat mich nicht vom Hocker gerissen.

An die manchmal körperlich unpassenden Besetzungen gerade bei Opern ist man ja gewöhnt. Da sieht man ja auch mal ein Liebespaar zusammengesetzt aus 1,90m Walküre mit dem Charme einer russischen Kugelstoßerin und ältlichem 1,50 Pygniker mit schütterem Haar und kann das getrost mit den Worten, „Naja, wo die Liebe hinfällt!“ abtun, aber Florestan (seit Monaten im Kerker bei Wasser und Brot schmachtend, und im Libretto als kurz vor dem Verhungern beschrieben) war gestern zumindest vom körperlichen her extrem fehlbesetzt. Zudem waren die mindestens 100kg Tenorenbrust dann wohl auch noch erkältet und mussten bei den hohen Passagen ganz schön pressen.

Die Inszenierung hingegen fand ich nicht schlecht. Da waren einige schöne Bilder dabei, die mir gut gefallen haben. Das Problem einen Chor aus dem Nichts kommend auf der Bühne einzuführen fand ich durch die Idee, ihn einfach mal als Wand zu verkleiden, extrem witzig gelöst. Manchmal waren da auch ein wenig lustige, alberne Sequenzen dabei… aber ich mag albern 🙂
Das Kuddelmuddel zum Schluss hab ich nicht ganz verstanden, wo der Chor nach der Erläuterung der Regisseurin die Hauptdarsteller erdrücken sollte, aber das hak‘ ich dann einfach mal als „Kunst“ ab… und sowas versteh ich halt nicht 🙂

Wo wir beim Chor sind. Das hat der olle Beethoven gut hingekriegt. Das war mit Schmackes und Wumms und der Oldenburger Chor, der kann was. Bloß zusammen mit dem Orchester gestern… da war dann wieder das Durcheinander.

Aber was soll’s. Spaß hat’s gemacht und ich hab auch nicht immer meinen besten Tag.

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