Terrorwarnung

Gestern war ich in Bremen auf dem Flughafen. Hauptsächlich deswegen, um mir die neue Leica vom Pixelprinzen anzuschauen, aber nebenbei hab ich auch eine eigene Messsucherkamera mitgenommen und hab bei der Gelegenheit ein wenig geknipst.
Und da wurde ich dann eine ganze Zeit von zwei Polizisten verfolgt, beobachtet und schließlich angesprochen.
– „Hallo, Sie fotografieren die ganze Zeit den Flughafen. Was machen Sie denn da!?“
– „Ich fotografiere…“
– „Ja, aber was denn?“
– „Den Flughafen…“
Naja… auf dem Niveau ging das dann ein wenig so weiter, aber anscheinend hielten sie mich letztendlich für harmlos. Ein wenig irre vielleicht, aber harmlos.

Es scheint nun wohl so zu sein, dass das Hauptmerkmal von Terroristen das Knipsen mit ca. 35 Jahre alten Messsucherkameras ist. Jedenfalls ist dies wohl die vorherrschende Meinung unter denen, die am Bremer Flughafen für Recht und Ordnung sorgen. Muss mich das jetzt beruhigen oder eher amüsieren!?

Empty Terminal

Milkman

Chrismas Escalator

Olympus 35RD
Kodak TriX@200ASA, 10 Minuten in Rodinal 1+50

Im Schweiße deiner Hände…

Blöde Kombination… Sommerhitze zur Mittagszeit und die Arme im Wechselsack.

Was ist das wichtigste beim Film Einfädeln in die Dose? Richtig… da muss alles knochentrocken sein. Die Spule muss trocken sein, der Film eh, die Hände auch… Wenn nicht, dann hakts, früher oder später.
Meist früher.
Bei Mittelformat sowieso, der 6cm breite Fimstreifen ist ja noch ein wenig labberiger als der normale.

Aber das weiß ich ja. Hab ja schon schließlich ein paar Filme eingedost.

So dachte ich auch gestern.

Also – kaum zu Hause, Film in den Sack, Dose in den Sack, Hände in den Sack, das Siegel des Rollfilms abziehen, ausrollen… hui… ganz schön warm heute… in einem schwarzen Sack ist es sogar noch wärmer.

Innerhalb von ein paar Sekunden sind meine Hände pitschenass, der Film auch, die Spule desgleichen, der scharze Stoff klebt an den Unterarmen… so allmählich ist der ganze Sack nass und kleine Schweißpfützen schwappen drin herum. Und naja,es kommt so, wie es kommen muss… der Film hakt, er klebt, er batscht an Händen, ein Reinspulen ist schlechterdings unmöglich, eher ein reinprügeln, ziehen, durchwürgen.

Zum Glück bin ich ja ein ruhiger, besonnener Mensch, so dass maximal die Nachbarn in einem Umkreis von einigen hundert Metern meine leichte Unausgeglichenheit aufgrund meiner dezenten Unmutsäußerungen mitbekommen haben, während ich schweißüberströmt, meine Händen in einem schwarzen Wechselsack vergraben bei 35° im Schatten es doch irgendwie geschafft habe, den Film in die Dose zu bekommen.

Viel Hoffnung hatte ich nicht, dass da noch was halbwegs brauchbares dabei rauskam. Der Film hatte eine Menge mitgemacht, bis ich ihn letztendlich mit Chemie beglücken konnte.

Ich muss aber sagen… so ein Film hält schon ein Menge aus!

Fotowettbewerbe…

Stell dir mal vor, du brauchst für irgendein Thema eine Riesenauswahl an Bildern. Für Flyer, Broschüren, Plakate, Anzeigen in Print- und Onlinemedien und all sowas. Natürlich exklusiv…

Da gibt es mehrere Möglichkeiten, wie man da ran kommt.

  1. Entweder man beauftragt einen Fotografen, diese Fotos zu machen, kümmert sich selbst darum, dass durch diese Fotos keine Rechte Dritter verletzt werden, besorgt sich von abgebildeten Personen das Modelrelease, schaut zu, dass keine Markenrechte verletzt, keine Nutzungsrechte anderer Perseonen missachtet werden. Das ist ziemlich aufwendig und kann auch teuer werden
  2. Man beauftragt eine Agentur, die das für einen erledigt. Das ist noch teurer, den Aufwand hat dann allerdings die Agentur.
  3. Man kuckt sich die ganzen Bilder von den Stockbibliotheken durch und holt sich da alles Nötige zusammen.  Aufwand auch noch recht hoch, Exklusivität ist dann auch fraglich, finanziell gehts dann von „spottbillig“ bis  hin zu „doch noch ganz schön viel“
  4. oder… man richtet einen Fotowettbewerb aus.

Möglichkeit 4 hat sich auch die AWO gedacht und hat zum Thema „Arm in einer reichen Gesellschaft“ einen Fotowettbewerb ausgerichtet. Tolle Sache das… angesprochen sind Hobby- und Nachwuchsfotografen, natürlich damit die Berufsfotografen nicht die tollen Preisgelder wegschnappen!

Wenn man sich aber mal die Teilnahmebedingugnen dieses „Wettbewerbs“ mal anschaut, krieg ich die Krise.

Da steht unter Punkt 3)

„Der/die  Teilnehmer/in  versichert, dass mit dem eingereichten Beitrag keine Rechte Dritter verletzt werden, welche der Nutzung des Beitrages durch den Arbeiterwohlfahrt Bundesverband im Sinne von Ziffer 2 und 4 entgegenstehen“

Ziffer 2) ist der ganze rechtliche Krams, mit dem man sich rumschlagen muss,  wenn man ein Bild veröffentlichen will und das kann ganz schön viel sein.

und Ziffer 4) ist die Freigabe für die AWO mit den Bildern 3 Jahre lang so ziemlich alles machen zu dürfen was die wollen. Veröffentlichn, Drucken, zum Download freigeben, an Ditte eben diese Rechte weitergeben…  natürlich ohne Risiko für die AWO, dass veröffentlichte Personen vielleicht doch was dagegen haben, falls sie sich auf einmal auf Plakatwänden wiederfinden, denn das hat ja durch Ziffer 3) der ambitionierte Hobbyfotograf komplett auf sich genommen.

Wenn man sich die Bilder auf der Galerie anschaut,  kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass da von jedem abgelichteten Obdachlosen ein unterschriebenes Modelrelease in irgendwelchen Aktenschränken liegt, bzw. dass der ambitionierte Nachwuchsfotograf  überhaupt weiß, was das eigentlich ist!

Oder dass beim Bild (erfundenes Beispiel)  eines Bettlers unter der Werbung für Roluxuhren (Toller Kontrast! reich und arm! Klasse Bildwirkung… ein Bild mit Tiefgang!) vielleicht die Firma Rolux was dagegen haben könnte, dass ihre hochpreisigen Produkte in einem ihnen unangenehmen Umfeld abgebildetet werden. Und falls dann die Firma Rolux ein wenig genervt mit ein paar Anwälten bei der AWO anfragt, wieso das denn in einer landesweiten Kampgane gezeigt werden muss, werden diese dann wegen Ziffer 3) bei dem Schüler A.P. aus E. anklopfen, der im Sozialkundeunterricht an dem tollen Projekt teilgenommen hat, aber dessen Eltern bei derUnterzeichnung der Einverständniserklärung  leider überhaupt keinen Schimmer von Fotorecht hatten, diesen Schimmer aber jetzt bekommen werden.

Einzusehen, ist, dass man sich bei der Ausrichtung so eines Wettbewerbs absichern muss, dass hochgeladene und in einer Galerie gezeigten Bilder nicht gleich eine Abmahnung für den Ausrichter nach sich ziehen.

Unzulässig finde ich dann aber den Versuch, das in Gänze auf den Wettbewerbsteilnehmer abzuwälzen und dies dann auch noch auf alle möglichen Nutzungsarten auszuweiten.

Vuvuzuela

Erstes Fazit nach den ersten beiden WM-Spielen… die Dinger nerven.

War ich vorgestern noch der festen Überzeugung, dass der Respekt vor einer fremden Fußballkultur, in dessen Einflussgebiet die Fußball-WM stattfindet es unmöglich mache, diese Plastiktröten zu verbieten, bin ich jetzt ganz untolerant und total egozentrisch vollkommen anderer Meinung. Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern….

Wenn Südafrika spielt, kann ich es ja noch einsehen. Das ist dann der Heimbonus, kann ich mit leben. Aber bei Frankreich gegen Uruguay?

Da kommt für mich kein Fußballfieber auf. Das mag auch an dem Grottenkick von gestern liegen, aber so ein Spiel lebt für mich als Zuschauer auch von den Fangesängen, den Schlachtrufen, dem Aufstöhnen des Publikums, wenn ein Ball knapp vorbeigeht, dem Protestschreien, wenn der eigene Mann gefoult wird, den Unmutsbekundungen gegenüber den Schiedsrichtern, dem kollektiven Aufschrei bei einem Tor. Aber es lebt nicht von dem monotonen Getröte, das ohne Modulation, ohne Dynamik komplett über die ganze Spielzeit durchgezogen wird.
Stadionatmosphäre bei einer Liveübertragung ist für mich ähnlich wie Filmmusik, die die übertragenen Bilder akustisch unterstützt, untermalt und über einen zweiten Sinn erlebbarer macht. So laufen da jetzt aber momentan 22 Leute über den Rasen, während das Mikro in einem Riesenschwarm Hornissen auf Ecstasy sitzt…

Nee…. verbietet diese Dinger. Das ist auch meine WM!

Gleichgewichtsstörungen

Ganz aufgeregt war sie, als sie gestern bei uns vorbeikam. Was Unglaubliches hätte sie heute gezeigt bekommen, normalerweise würde sie an sowas nicht glauben, aber bei ihr und allen anderen hätte es geklappt… das wäre ja faszinierend und toll…

– Ha? Worum gehts?

– Ach, um so ein Armband, mit einem Hologramm, mit dem man dann sein Gleichgewicht besser behalten soll!!

– Armband? Gleichgewicht? Hologramm?? Bahnhof?? Humbug?? HUMBUG!!

– Nein, kein Humbug, sie hätte es ja selber ausprobiert, da gäbe es einen Test, das war richtig toll. Mit ausgestreckten Armen, geschlossenen Augen, auf einem Bein stehend drücke einem einer den einen Arm runter und man würde das Gelichgewicht verlieren. Im zweiten Versuch solle man in der anderen Hand dann das Armband halten und man würde das Gleichgewicht nicht verlieren… und das hätte bei jedem geklappt!! Ganz viele Sportler würden das schon tragen, hieße „Power Balance“ und würde nur 35€ kosten…

Mir sträuben sich bei solchem Schwachsinn die Nackenhaare. Wenn man dann zu diesem Thema auch noch solche Sachen ergooglet, wie „Biofrequenzen“, „Jahrelange Forschung“ verliere ich da auch durchaus mal deutlichere Worte als die hier verwendeten Bezeichnungen wie „Schwachsinn oder Humbug“.

– Aber schließlich hat es ja bei ihr und allen anderen auch geklappt und was gut wäre für das körperliche Gleichgewicht, wäre doch auch sicherlich gut für das seelische Gleichgewicht. Sie würde ja auch nicht dran glauben, aber wenn es denn helfen würde…

Ich fass es nicht… setzt jetzt schon in meinem persönlichen Umfeld hier das Denken aus? Dann machen wir doch mal eine Probe aufs Exempel.

Sie stellt sich ein Bein angewinkelt hin, Arme ausgestreckt. Ich drück den Arm runter und sie kippt um… das klappt schon mal.

Was aber nehmen wir jetzt als Ersatz für das in jahrelanger Forschung entwickelte mit einem Hightech-Hologramm bedruckte Armbändchen um statt dessen ihre Biofrequenzen zu stimulieren?

Na… was halt so rumliegt. Eine Tesafilmrolle z.B. Die drück ich ihr mit den Worten „Simsalibum… nie fall ich um“ in die Hand, natürlich nicht ohne einmal imaginären Rauch in alle vier Himmelsrichtungen geblasen und die Kleberolle gen Itzehoe, Jerusalem und Timbuktu gehalten zu haben… auf den anderen Arm drücken. Sie bleibt stehen…

So… jetzt hab ich keine Zeit mehr. Ich muss jetzt Tesafilm besprechen. Die Rolle gibts bei mir übrigens für 20€ zzgl. Versandgebühren und einer Bearbeitungsgebühr von 10€… und es hilft gegen Fußpilz, Schuppen, Mundgeruch, persönlichem Pech, macht dich sexuell unheimlich attraktiv und hilft dir beim fehlerfreien Geradeazusgehen… Klasse! Jetzt werd ich reich!

Google hat Schluckauf bzw. suche niemals nach Moosgummi…

Irgendwie hat google gerade Schluckauf bei mir.

Vor einiger Zeit, es mag schon ein paar Wochen her sein, hab ich bei google mal nach selbstklebendem Moosgummi geschaut. Hintergrund ist klar… ich will die Lichtdichtugen für meine alten Kameras selber schnitzen. Bei einigen meiner alten Kameras bröselts, schmierts und blitzt es doch wie hier zu sehen in die Filmbox hinein. Das ist nicht schön…

Jeweils 10€ für die Lichtdichtungen beim Kameradoktor würden mir auf Dauer zu teuer und da dachte ich mal an einen Selbstversuch.

Und seit dieser Zeit kann ich keine Seite mehr ansurfen, die google adwords benutzt, ohne mit Moosgummiwerbung berieselt zu werden. Seit Wochen blinkt es mir auf allen möglichen Seiten entgegen…

  • „kauf MOOSGUMMI“
  • „früher hatte mein Leben keinen Sinn, doch jetzt habe ich MOOSGUMMI“
  • „klick hier für die neue MOOSGUMMI Erfahrung…“
  • „das neue MOOSGUMMI, mit verbesserter Rezeptur“ usw. usf…
  • es nervt…

    Ach übrigens… wer eine Adresse hat, wo man kleinere Platten ca. 1mm dicken bzw. dünnen selbstklebenden Moosgummis kaufen kann… nur her damit! Gefunden hatte ich nichts…

    Point ’n Shoot

    Ist mir als Leihgabe zugeflogen – mit Kaufoption. Eine Yashica T4. Soll ja gut sein… Kult… Terry Richrdson hat (soll) ganze Werbekampganen damit geschossen (haben)…

    Also hab ich sie heute mal ausprobiert. Klingt ja auch ganz spannend. Eine kleine Kamera für die Manteltasche, mit Autofokus, einem richtig guten Objektiv (35mm f/3.5 Tessar von Zeiss) Prädestiniert für den schnellen analogen Schnappschuss zwischendurch…

    Naja.. aber für mich war das nix. Überhaupt keine Einstellmöglichkeiten zu haben an einer Kamera behagt mir nicht. Zumindest die Möglichkeit zu haben, den Fokus manuell zu setzen, oder irgendwas zu beeinflussen finde ich schon nett…

    Durch den Sucher schauen, Auslöser andrücken, umkomponieren, durchdrücken… wsssss…schnnnssss….swuiiiiii… komische Geräusche macht sie auch noch.

    Da bin ich nicht der Typ für.
    Das Objektiv ist allerdings wirklich gut, die Belichtung war auch prima, klein und leicht ist sie auch, in Ermangelung irgendwelcher Knöbbe braucht man auch keine Bedienungsanleitung, also rundum empfehlenswert… außer, dass ich sie nicht mag 🙂

    Ein paar Bilder von heute zeig ich dann trotzdem mal….

    Mittelformate

    Emptiness

    Emptiness,
    ursprünglich hochgeladen von derScheuch.

    Seit mehrern Jahren das erste Mal wieder Mittelformat. Einfach mal ausprobiert. Die Batterie für die Zenza Bronica hatte ich mir schon vor einiger Zeit gekauft, jetzt kamen pünktlich zum Wochenende die bestellten Mittelformatfilme an.

    Ach ja… wer übrigens wissen will, wofür auf dem Aufstecksucher der Zenza der kleine rote Punkt ist… das ist die „AUS“-Stellung für den Belichtungsmesser. Wenn man den auf „A“ oder „M“ lässt, lutscht das einem die neue Batterie leer und man muss in die Stadt fahren und für teuer Geld ne neue kaufen, aber wer ist schon so blöde… gnrfs…..

    Emptiness

    Playground,
    ursprünglich hochgeladen von derScheuch.
    Emptiness

    Snow,
    ursprünglich hochgeladen von derScheuch.

    Straßensperre

    web-9963Das hier ist so ziemlich die lustigste Straßensperre Oldenburgs. Früher[tm] zu den ungesetzlichen Zeiten, als Freibeuter und marodierende Fahrradfahrer an dieser Ecke noch ihr Unwesen trieben und anarchisch, wild, jedwede StVO-greregelte Ordnung in den Wind schlagend  über die rechte Hälfte der hier gezeigten Grünfläche fuhren… jaha! das waren noch schlimme Zeiten, wo man sich kaum vor die Haustür wagen konnte. Jetzt allerdings ist alles besser…

    Ich bin gespannt, wann die Jungs vom Straßenverkehrsamt die rotweiß-gestreifte Barrikade zwei Meter nach links versetzen…

    Achja… dass jene durch die Reifenfurchen angezeigte Wegführung die einzig sinnvolle ist, da man da nicht eine Straße queren und eine Umweg fahren muss, ist ja irrelevant.