Praxisbericht Voigtländer Bessa

Black BeautyAm Wochenende hab ich eine meiner letzten Errungenschaften mal ausgeführt und einen Schwarzweißfim mit ihr belichtet.

Zur Kamera: Die Voigtländer Bessa aus dem Jahre 1938 ist ein klassischer Klappfalter für normalen Mittelformatrollfilm. Die belichtete Fläche beträgt satte 6x9cm, was einem Cropfaktor von 0,4 entspricht. Mit anderen Worten… das ist ganz schön groß!

Am Balgen ist vorne ein 11cm Voigtar Anastigmat befestigt mit einer Lichtstärke von 4,5 (abblendbar bis 22) und einem Compur Verschluss, der neben dem Bulb Modus die Zeiten zwischen 1s und 1/250s bietet.Natürlich ist das Objektiv auch unvergütet – Farbfilme können dann manchmal komische Farben zeigen 🙂

Das Filmeinlegen ist wie für Mittelformatkameras üblich, ein wenig mühsam. Die Anzahl der belichteten Bilder kann man auf einem kleinen roten Guckloch auf der Rückseite ablesen. Den Film darf man jeweils nur so weit vorspulen, bis dort die entsprechende Nummer abzulesen ist.

Blende und Verschlusszeit stellt man direkt am Objektiv ein. Den Verschluss spannt man auch mit einem kleinen Hebel am Objektiv, der Auslöser lässt sich entweder auch direkt am Objektiv betätigen oder über einen kleinen Hebelmechanismus über eine aufzuklappende Metalllasche unten am Verschluss.

Zum Hinstellen bzw. Befestigen der Kamera gibt es 2 Stativgewinde, einen für Querformat sowie einen für Hochformat (sehr praktisch), und, wie auf dem Foto zu sehen ist, einen kleinen Aufsteller an der Objektivklappe zum Hinstellen,

Sucher gibt es zwei. Zuerst einen kleinen Brillantsucher über dem Objektiv, den man sinnvoll aber nur bei Hochformataufnahmen verwenden kann,  und ein Kuckloch, wo man durch einen Metallrahmen zumindest abschätzen kann, wo man hinzielt.

Autumn Trees

Bilder kann man auch mit ihr machen. Naturgemäß braucht man für solch eine alte Kamera noch einen externen Belichtungsmesser (und sei es den Schätz-O-Meter des Knipsenden), denn sowas hat sie natürlich nicht.

Durch den Klappmechanismus ist die Kamera erstaunlich klein. Zumindest ist sie schmal und passt locker in eine größere Manteltasche.

Wie verwöhnt man von einem Spiegelreflexsucher oder anderen „moderneren“ Suchern ist, merkt man dann, wenn man beim Fotografieren bildwichtige Teile an den Rand des Bildes „komponiert“ hat… die sind halt manchmal nicht auf dem Bild zu sehen oder sind zumindest angeschnitten.
Dieser Tatsache wegen sind ein paar Bilder der internen Zensur zum Opfer gefallen. Fürs nächste Mal merken: Mehr Luft um bildwichtige Elemente 🙂


Horizont geradehalten ist so ein Ding. Dass muss man auch mit ihr üben. Das geht mit den Suchern eigentlich gar nicht, da müsste man dann vielleicht doch die Stellung der Kamera auf einem Stativ überprüfen – wenn ich denn ein Stativ benutzt hätte.

Die Negative kommen alle ein wenig flau bzw. kontrastarm aus der Kamera raus. Auch die Schärfe des Objektivs ist nicht sein herausragendstes Merkmal. Die hier gezeigten Bilder sind zwar jetzt nicht unscharf, aber man muss bedenken, dass sie – je nach Monitor – in der jetzigen Darstellung auch nicht viel größer als das Negativ sind 🙂 Gerade bei Offenblende merkt man das schon sehr deutlich. Abgeblendet auf Blende 8 oder 11 ist das dann schon besser, aber „echtes“ Mittelformat mit einer Hasselblad oder auch einer Yashica MAT124G ist da schon ein ganz schönes Stück weiter. Insgeheim hatte ich mir da ein wenig mehr erhofft, aber vielleicht darf man das auch nicht vergleichen. Interessant wäre es allerdings schon, mal einen Klappfalter mit einem besseren Objektiv zu nutzen.


Bei diesem Bild links ist mir dann noch noch eine unfreiwillige Doppelbelichtung passiert. Beim Einstellen der Blende bin ich mit meinen tapsigen Fingern irgendwie an den Auslöser gekommen und habe dann das über mir liegende Blätterdach und meine Nasenlöcher fotografiert. Merke: Den Verschluss spannt man am besten als letztes, kurz vor dem Auslösen der Kamera.
Trotzdem mag ich das Bild. Durch die hellen unscharfen Flecken wird das Foto noch ein wenig unwirklicher…

Es macht auf jeden Fall Spaß mit der Bessa zu fotografieren. Man wird zwar ein wenig komisch angeschaut, wenn man damit gesehen wird, aber über sowas steht man ja drüber.
Die Bilder gefallen mir persönlich. Sie haben einen gewissen altmodischen Charme, der durch die Schwächen des Objektivs hervorgerufen wird. Man kann sie gut mitnehmen, durch den Faltmechansimus ist sie mit Abstand meine flachste Kamera. Das große Negativformat hat natürlich auch etwas sehr spezielles.
Die 20€ letztens auf dem Flohmarkt waren auf jeden Fall gut angelegt!

Mittelformate

Emptiness

Emptiness,
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Seit mehrern Jahren das erste Mal wieder Mittelformat. Einfach mal ausprobiert. Die Batterie für die Zenza Bronica hatte ich mir schon vor einiger Zeit gekauft, jetzt kamen pünktlich zum Wochenende die bestellten Mittelformatfilme an.

Ach ja… wer übrigens wissen will, wofür auf dem Aufstecksucher der Zenza der kleine rote Punkt ist… das ist die „AUS“-Stellung für den Belichtungsmesser. Wenn man den auf „A“ oder „M“ lässt, lutscht das einem die neue Batterie leer und man muss in die Stadt fahren und für teuer Geld ne neue kaufen, aber wer ist schon so blöde… gnrfs…..

Emptiness

Playground,
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Emptiness

Snow,
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Oldtimer

Letztens am Wochenende sind mir mal ein paar alte Dias in die Hände gefallen. Gemacht hab ich die vor knapp 10 Jahren. Da gabs noch keine Digiknipsen, mit denen man im Dauerfeuer Bilder machen konnte und dabei auf gut Glück mal ein brauchbares Motiv erwischte – Filmmaterial war teuer.

Meine analoge Spiegelreflex hatte ich damals schon, die hatte alles, was man so brauchte, Blenden- und Zeitautomatik, Autofokus, Abblendtaste usw. Trotzdem habe ich einen Urlaub mal nur mit einer alten 6×6 Kamera fotografiert. Und genau die dabei entstandenen Bilder hab ich jetzt mal wieder angeschaut und dann eben schnell auf den Scanner gelegt.

Und das ist dann dabei rausgekommen… Weiterlesen „Oldtimer“