Wie krieg ich das denn nu in den Rechner rein… Teil drei

Dies hier ist die Fortsetzung des zweiten Teils, der wiederum die Fortsetzung des ersten Teils ist…

Hier geht es jetzt um die Bearbeitung des raw-Files einer Aufnahme eines Schwarzweißnegativs, um da wiederum ein Schwarzweißbild zu machen. Als Beispiel nehm ich dafür jenes Bild, was ich in diesem Blogeintrag gepostet habe.

In den ersten beiden Teilen hab ich ja beschrieben, wie ich meine Schwarzweißnegative abfotografiere.

Wir haben jetzt also ein digitales Negativ auf der Rechnerfestplatte.

Ein digitales Negativ im doppelten Wortsinn… zum ersten, weil es ein raw ist und zum zweiten, weil es ein Negativ im ursprünglichen Sinne ist.
Da soll jetzt also ein Schwarzweißbild draus werden.

Als erstes wird dafür das Bild bei mir in Lightroom importiert. Das Bild sieht dann folgendermaßen aus.

Man sieht noch, dass ich beim Fotografieren ein wenig Luft gelassen habe… ich nehms nicht so genau. Als einzige „Bearbeitung“ hab ich hier ein wenig die Belichtung justiert, ansonsten die Default-„Ich mach nix“-Einstellungen aus Lightroom.

Hier zeig ich mal ein 100%-Crop aus dem Bild. So sieht also Korn aus…

Und jetzt kommt ein Trick, bzw. die „Magie“ 🙂
Ich hab mir ein Lightroom-Preset gebastelt, was die Tonwertkurve einfach umdreht. Aus Schwarz wird Weiß und umgekehrt. Das Plugin kann man hier herunterladen.

Das Plugin auf das Bild angewandt ergibt folgendes…

Hier hab ich jetzt nur noch die Belichtung angepasst -kein reines Schwarz, kein reines Weiß – und den Kontrast ein wenig (sehr) erhöht um alle Tonwerte vom fast reinen Weiß bis zum fast reinen Schwarz drin zu haben.

Grau und flau siehts aber trotzdem noch aus, aber das passt schon…. genauso soll es sogar sein. Zum Bild wird der Datenwust erst später.

Wenn man jetzt mal mit den Entwicklungsreglern in LR rumspielt, wird man merken, dass viele Regler durch das Auf-den-Kopf-stellen der Tonwertkurve nicht mehr das machen, was man von ihnen gewohnt ist. Ein Lichter wiederherstellen erhöhen, macht die dunklen Bereich heller, anstatt ausgefressene Lichter zu korrigieren und ähnliches. Man kann jetzt zwar mit dem konvertierten Bild so weiterarbeiten, aber die gewohnten Ergebnisse beim Verschieben eines Reglers bleiben halt aus… Spaß ist anders, also lass ich es.

Was ich jetzt an dieser Stelle mache ist folgendes. Ich schneide das Bild mit dem Freistellen-Werkzeug noch sauber aus, dreh es gegebenenfalls korrigierend und exportiere jetzt das Bild als 16-Bit TIFF-Bild. Dabei verkleinere ich das Bild von meinen 6000×4000 Pixeln noch auf besser handbare 4000×2666 Pixel. Selbst das resultierende TIFF-Bild ist immer noch knappe 65MB groß. Wer erfindet endlich mal ein vernünftig komprimierendes 16bit-Format? Dabei mach ich gleich ein Häkchen bei „Diesem Katalog hinzufügen“, dann ist es gleich importiert. Hier kann man sich natürlich ein Export-Preset schreiben, das geht beim häufigen Ausführen deutlich schneller.

Wenn man sich das Resultat dann mal in Ruhe anschaut sieht man Staub, kleine Kratzer, Haare, was-weiß-ich-nicht-alles auf dem Bild. Mit der Bereichsreparatur sollte man diesen Störpartikeln erstmal den Garaus machen. Nachteil meiner Abfotografier-Methode ist, dass jetzt auch der Sensorstaub auf dem Bild zu sehen ist… der ist beim normalen Scannen sicherlich nicht vorhanden 🙂

Was man jetzt mit dem Bild in Lightroom macht, bleibt jedem selbst überlassen.

Dieses hier habe ich noch beschnitten (Messucherkameras, wie eine Leica 3a erlauben eh kein 100% Festlegen des Bildausschnitss beim Fotografieren), den Kontrast erhöht, den Klarheitregler nach rechts verschoben, um die Körnigkeit ein wenig zu erhöhen (mag ich), und mit zwei Verlaufsfiltern die helle Partie rechts im Bild ein wenig abgedunkelt und von links unten kommend auch noch ein wenig mehr abgedunkelt (LR-Sprech), bzw. nachbelichtet (DuKa-Sprech), um das Bild dort satt schwarz zu haben. Joriks Gesicht sollte das hellste, prägnanteste im Bild sein, deswegen habe ich da sogar ein wenig abgewedelt (DuKa-Sprech), bzw. die Belichtung erhöht (LR-Sprech).

I'm ill

I’m ill,
ursprünglich hochgeladen von derScheuch.

Noch einige Worte zum Import der Raw-Dateien. Hier empfiehlt es sich natürlich, das Negativ-Plugin gleich beim Importieren als Entwicklungseinstellung mit einzubinden. Hier hab ich nur den langsamen Unweg gewählt, um zu zeigen, wie das Plugin arbeitet.

Flattr this

Wie krieg ich das denn nu in den Rechner rein… Teil zwei

Das hier ist die Fortsetzung des ersten Teils

Hier beschreibe ich mal meinen „Reproaufbau“ für das digitalisieren von Filmstreifen. Alles sehr simpel und schnell aus vorhandenen Materialien an einem Abend  zusammengedengelt, ein wenig Hand-am-Arm und mit Sicherheit den pragmatischen Ansatz folgend, „Hauptsache es funktioniert“, aber auf jeden Fall funktionell 🙂
Die alte Durchlichteinheit muss ja den Negativstreifen aufnehmen und festhalten. Aus einer stabilen Plastikverpackung hab ich mit einem scharfen Messer eine Schablone erstellt, durch die der Film durchgezogen werden kann. Eine Öffnung für das Bild habe ich dann ntürlich auch drin gelassen. Die recht scharfen Innenkanten, habe ich mit Papier abgeklebt, damit das Negativ da keine Kratzer bekommen kann. Die Schablone selber hab ich dann einfach mit Tesafilm auf die Einheit geklebt. So ist der Filmstreifen nur norizontal beweglich und wird durch die Schablone auch schön plan gehalten.

Die Durchlichteinheit selber liegt auf zwei schmalen Leisten auf, und wird ebenfalls mit Klebestreifen (vielleicht braucht man die ja noch mal anderweitig) an seiner Position fixiert.

Die Konstruktion für die Halterung Durchlichteinheit (in seinem vorigen Leben war es eine alte Ikea-Schublade) wird nun hochkant und senkrecht ausgerichtet auf ein Holzbrett geschraubt.

Auf diesem Holzbrett wird nur eine weitere Konstruktion gestellt, die die Kamera hält Auch in diesem Fall wieder eine alte Ikeaschublade 🙂

Die Kamera wird nun mit einer Stativschraube mit der Konstruktion verbunden und ist nun ziemlich fest fixiert. (Im Bild ist übrigens eine alte 700si zu sehen, nicht meine Sony Alpha 900 – mit der muss ich jetzt ja gerade die Bilder machen 🙂

Das 100mm Macro auf die 1:1 Einstellung fahren, und wenn man alles richtig justiert hat sollte das Negativ dann im Sucher zu erkennen sein.

Fotografieren sollte man dann im manuellen Modus. Meine Durchlichteinheit strahlt ungefähr so hell, dass man da bei Blende 10 (ein wenig Abblenden empfiehlt sich wegen der Tiefenschärfe und der doch ein wenig besseren Abbildungsqualität) eine 1/10 s bei ISO100 belichten muss. Bei diesen Werten sollte man dann schon unbedingt mit Spiegelvorauslösung hantieren! Ach ja, fotogtrafiert wird natürlich auch im RAW-Modus!

Aus Gründen der Arbeitserleichterung steuere ich die Kamera dann auch noch über den Rechner und zieh die Bilder gleich auf die Festplatte. So brauch ich wirklich nur den Negativstreifen weiter durchziehen, kurz im Sucher überprüfen (da wäre Liveview ganz hilfreich ;-), die Maustaste drücken und zieh dann weiter am Streifen bis er durch ist… der Vorteil des Selbstentwickelns ist dann, dass man quasi einen ganzen Film in einem Rutsch durchziehen kann, der ist ja noch nicht geschnitten.

Als Ergebnis erhält man dann ein recht gutes Bild des Negativ. In meinem Fall 6000×4000 Pixel groß, auf dem man wirklich alles sieht, jeden Fussel, jeden Kratzer, jedes einzelne Korn des Films. Alles noch ziemlich flau, kontrastarm ein wenig gar nicht so, wie man sich ein knackiges Schwazweißbild vorstellt, aber das kommt dann im dritten Teil…

Flattr this

Wie krieg ich das denn nu in den Rechner rein… Teil eins

Dangast Sky

Dangast Sky,
ursprünglich hochgeladen von derScheuch.

Ich fotografier gerne auch mal analog. So sehr ich meine große Digitale mag, manchmal ist es einfach schön, auch mal einen Film durch eine Kamera zu jagen – so wie früher. „Jagen“ ist da natürlich das falsche Wort, meist lässt man sich damit ja mehr Zeit.
Die digitale Technik hat unbestreitbare Vorteile gegenüber der analogen. Das schönste finde ich dabei immer die totale Kontrolle über das, was vom Moment des Knipsens bis zum Zeigen (sei es am Rechner oder als Ausbelichtung) des Bildes, geschieht. Was hab ich mich früher immer geärgert, wenn meine Dias als Papierbild immer farbstichig und falsch belichtet aus dem Labor kamen. Wie doof war es, wenn Negative ode Dias zerkratzt aus dem „Fachlabor“ zurückkamen und man statt der Urlaubsdias nur mit einer Entschuldigung und einem neuen unbelichteten Film den Laden verließ…
Da gab es dann noch die Schwarzweißfotografie… bis zur Negativentwicklung war ja auch alles klar, aber dann daraus ein Positiv zu machen… irgendwie hingen meine diesbezüglichen handwerklichen Fähigkeiten immer hinter meinen Vorstellungen, wie das Bild letztendlich aussehen sollte, hinterher. Außerdem war es dann auch teuer (jedenfalls damals[tm] für einen Schüler oder Studenten).
So war dann die digitale SLR für mich schon eine tolle Sache. Vom Knipsen über die „Entwicklung“ bis zum Zeigen im Netz oder auf Papier bin nur ich dafür verantwortlich, dass das Bild nicht so geworden ist, wie ich das wollte.

Irgendwann hat aber vor einiger Zeit eine analoge Kamera den Weg aus der ebucht ins heimische Wohnzimmer gefunden. Einen Schwarzweißfilm entwickeln konnte ich immer noch – das oft, aber total grundlos, gefürchtete Einfädelns des Films in die Filmspule verlernt man wie das Fahrradfahren nicht. Eine Dunkelkammer braucht man nicht, das dafür notwendige Zeug lag noch auf dem Speicher rum, bzw. würde auch bei ebay im einstelligen Eurobereich zusammenzukaufen sein – aber… wie krieg ich das denn nu in den Rechner rein…

Ganz einfach: scannen – da gaibt es mehrere Möglichkeiten.
a) Negativscanner für Kleinbild… die kosten schon richtig Geld, können außer Kleinbild nix, haben zwar ICE und Kratzerentfernung und all sowas, aber gerade das nützt mir für Scharzweißfotografie (das, was ich damit machen möchte) gerade gar nix.

b) professioneller Dienstleister… dauert mir zu lange, kostet zu viel Geld… nö. nicht mein Ding.

c) Flachbettscanner mit einer Durchlichteinheit… die gibts von günstig bis teuer, aber selbst die teuren sollen nicht die Qualität bringen, die man z.B. von einem dezidierten Negativscanner erwarten kann. Der Vorteil ist aber unbestreitbar, dass man da auch MF-Filme mit scannen kann.

Tja… der erste Film war aber da und lag fertig entwickelt vor mir. Zum Ausprobieren also erstmal auf meinen alten günstigen Scanner…. naja…hüstel… fürs Web reicht das, aber der kann nur 8-Bit Farbtiefe und lässt einem für die Bearbeitung nicht so viel Spielraum. Im Bekanntenkreis dann mal rumgefragt und da gab es jemanden mit einem Epson 4490… der hat sogar ein „Photo“ in seinem Namen drin und kostet auch schon um die 200€. Die Ergbsnisse können sich mit Nachbearbeitung schon einigermaßen sehen lassen. 2000x3000px kommen da raus, man muss bloß jedes Bild vor dem Scannen einkalibrieren, alle Filter rausnehmen… dauert gefühlte Ewigkeiten. Ca. 2 Stunden für einen Film. So richtig Spaß ist anders…

Nun bin ich aber auf die letztendlich für mich günstigste und schnellste Methode gekommen. Ich fotografier die Negative einfach ab!
100mm Makro vor die DSLR, das Negativ auf eine alte Durchlichteinheit legen, knips… fertig – das 36 mal und der Film ist mit 24MP digitalisiert.
Ein klein wenig mehr Aufwand ist es schon, ich hab mir da aus ein paar Brettern, einer Stativschraube, der besagten Durchlichteinheit und ein wenig Klebeband eine kleine simple Konstruktion zusammengebaut, die mir das dann erleichtert.

Das beschreib ich dann aber im nächsten Post…

Flattr this